Ihr Lieben,

ich wurde schon häufiger gefragt, was meine Lieblinsgobjektive sind. Ich fotografiere definitiv am liebsten mit meiner 25 mm Festbrennweite von Panasonic, mit Blende f 1.7 und mit dem 60 mm Makroobjektiv von Olympus mit Blende f 2.8. Einfach, weil die Unschärfe und das Bokeh für mich total wichtig sind! Gerne hätte ich auch noch ein 100 mm Makroobjektiv, aber dafür ist kein Geld da. Ich besitze auch noch zwei Kitobjektive, das 14-42 mm Kitobjektiv mit Blende 4.5 und das 45-150 mm Kitobjektiv bzw. Teleobjektiv mit Blende f 5.6. Das sind alle Objektive, die ich besitze, zusammen mit meiner Kamera Panasonic Lumix G6. Ihr fragt euch jetzt vielleicht, warum sich der Beitrag um das Kitobjektiv dreht, wo es doch nicht zu meinen Lieblingsobjektiven gehört? Aus dem ganz einfachen Grund:

Die Qualität und Möglichkeiten mit einem Kitobjektiv werden viel zu häufig unterschätzt!

Diese beiden Fotos sind die erfolgreichsten überhaupt von meiner Facebookseite. Das Schmetterlingsfoto entstand im Juni 2016, die Libellen im Mai 2017. Dreimal dürft ihr raten:

Beide Fotos sind mit meinem Kitobjektiv (Tele) entstanden!

Klar, ich habe womöglich lange Geduld bewiesen müssen, aber das lag auch an den Bedingungen. Beide entstanden in der Mittagshitze, bei beiden konnte ich schlecht gucken und musste mich trotz der Spiegelungen des Displays durch die starke Sonne auf das Klappdisplay verlassen. Aber es hat funktioniert, ich habe nicht aufgegeben und das ist das, was zählt. Über das Libellenfoto habe ich 2017 schon einmal hier einen Blogbeitrag geschrieben.

Ich glaube, fast jeder Fotograf hat schon einmal diese Aussage gehört:

„Deine Kamera macht so tolle Bilder!“

Wisst ihr was? Das ist die größte Lüge des Jahrhunderts! DU allein machst die Fotos und jede Kamera ist nur so gut wie der Mensch dahinter, der mit ihr fotografiert. Bester Beweis dafür sind Fotos mit den eher billigeren und einfachen Telebrennweite. Natürlich gilt, je bessere Kamera und Objektiv man hat, desto bessere Möglichkeiten und Bedingungen bieten sich einem auch. Aber es ist trotzdem nur eine Möglichkeit von vielen.

Und um mich nicht nur auf diese zwei Fotos zu stützten, bin ich mit dem kürzeren Kitobjektiv, also dem mit der kürzeren Brennweite in den Wald gegangen bzw. es ist eher ein Spazierweg mit Bäumen etc. und habe dort fotografiert. Das Ganze geschah nach dem Regen und in Lightroom verlieh ich den Bildern einen matteren Bildlook, was die Stimmung betont.

Meiner Meinung nach können sich die Fotos dort sehen lassen und daher ist mein wichtiger Tipp an euch:

Fotografiert auch mal mehr mit dem Kitobjektiv, das man häufig beim Kauf einer Kamera hinzubekommt. Die fancy und teuerste Ausrüstung nützt euch nichts, wenn ihr nichts damit anfangen könnt. Natürlich seit ihr beschränkt, aber genau darum geht es. Lernt eure Kamera und eure Objektive so gut kennen, dass ihr mit jedem gute Fotos machen könnt. Das ihr nicht auf ein tolles Objektiv angewiesen seid, nur um tolle Fotos zu machen. Holt alles raus, was möglich ist und dann könnt ihr zu den besseren wechseln.

Jetzt fragt ihr euch sicherlich immer noch, warum ich diese Kitobjektive trotz allem am wenigstens nutze, wo ich doch genau das Gegenteil gepredigt habe? Weil mir Bildrauschen und ein fehlendes Stativ einen Strich durch die Rechnung machen. Natürlich fotografiere ich auch ab und an wieder mit den Kitobjektiven, insbesondere in der Stadt, unterwegs etc. Aber bei wirklichen Makroaufnahmen oder Bokehlastigen Naturnahaufnahmen verlasse ich mich dann doch auf meine hochwertigeren Objektive (die zugegeben „nur“ ca. 100 Euro teuer waren, als die Kitobjektive einzeln gekostet hätten.) Denn gerade im Herbst und Winter, wenn es schnell dämmrig wird, das Licht fehlt und es morgens recht dunkel bleibt, kommen die lichtschwachen Objektive nicht mit. Dann kann ich nur mit Stativ arbeiten, darin bin ich aber nicht gut, weil ich Arbeiten mit Stativ wahnsinnig unflexibel finde und damit einfach nicht zurecht komme. Daher entstehen die meisten meiner Fotos freihand und eben mit den hochwertigeren Objektiven. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass man die Kitobjektive niemals unterschätzen sollte und ich nutze sie nach wie vor gerne, um eben zu zeigen, was auch mit geringem Aufwand alles möglich ist.

Was sind eure Lieblingsobjektive? Habt ihr Kitobjetive und wenn ja, wie nutzt ihr sie? Hättet ihr vermutet, das meine erfolgreichsten Fotos mit Kitobjektiven entstanden sind?

 

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