Hallo ihr Lieben! 🙂

An Tag 16 gibt es eine absolute Premiere! Ich bin schon total aufgeregt, denn normlerweise macht man sowas ja nicht so häufig.

Darum gehts: Anfänge: Zeig uns gerne den Anfang deiner Geschichte! Tust du dich mit Anfängen eher schwer, oder fallen gerade die dir leichter?

Anfänge gehen eigentlich. Ich finde es inhaltlich schwieriger, denn gerade beim ersten Kapitel schlägt man selten gleich direkt in die vollen, sodass ich es schwer finde, die Balance zu halten zwischen Alltag und Spannung. Da muss man dann schauen, wie viel man schon andeuten kann. Aber ich liebe es, zu teasen, daher gehen Anfänge eigentlich. Zeigen will ich euch heute den Anfang zu meinem Herzensprojekt, Botin der Nacht! Es ist der bisher einzig beeendete Roman.


Botin der Nacht

Kapitel 1: Lima: Schatten der Nacht

Den Sternen geweiht, im Nachte geboren, dem Leben im Dunkeln verdammt, der Sonne stets entrinn, sonst dein Tod dich erklimm.

Lima rollte mit ihren Augen, als sie diesen Spruch an der Wand las. Jeden Abend und jeden Morgen war der Leitspruch ihrer Familie das erste und letzte, an was sie dachte. Vater Morau und Mutter Titia hatten ihn in alle 25 Räume des Schlosses aufhängen lassen, damit man ihr Schicksal auch ja nie vergesse.

„Als ob das möglich wäre!“, rief sie ihre Gedanken laut aus.

„Dir auch einen guten Morgen, Schwesterherz!“ Lima wandte ihren Blick ab und schaute in die vor guter Laune leuchtend grünen Augen ihres Bruders. Ihre Abneigung gegen dieses penetrante Hinweisen auf ihre Existenz war schon lange kein Geheimnis mehr. Schon vor Jahren hatte sie es sich abgewöhnt, daraus eines zu machen. Wozu sonst war sie die Tochter des mächtigsten Herrschers im Lande?

„Was gibt’s Theodor? Und ja, guten Morgen.“

Ich wollte mich nur einmal vergewissern, dass du dich um unser -“ er räusperte sich geräuschvoll, „dein Problem gekümmert hast.“

Lima hob ihre rechte Augenbraue und ging einen Schritt näher auf ihn zu. Er überragte sie um einen Kopf, dennoch stand es außer Frage, wer hier die mächtigere Person war. „Natürlich. Was glaubst du denn? Ich habe mich um ihn gekümmert. Ich wünsche dir jetzt also noch einen wunderschönen, völlig sorglosen Tag.“ Mit diesen Worten war das Gespräch für sie beendet. „Wenn du mich entschuldigen würdest, ich würde dann jetzt gerne frühstücken.“

Seine Mundwinkel zuckten zu einem kleinen Lächeln, als er bereitwillig zur Seite trat und ihr so mit einem letzten Kopfnicken den Weg freimachte. Dankend gleitete sie an ihm vorbei und öffnete die Türen zum großen Flur. Ihr knurrender Magen hatte sie bestimmt verraten. So früh am Abend waren die Hallen noch erstaunlich leer. Die Arbeit der meisten Bediensteten begann um 18 Uhr, jetzt war es viertel vor.


Das ist jetzt eher ein ruhiger Anfang, aber ich fand es hilfreich, es von einem Projekt zu zeigen, was tatsächlich beendet worden ist. Sicherlich habe ich an die 10 weitere Anfänge von anderen Romanprojekten auf meinem PC und ich mag es, direkt mit einem interessanten Zitat einzusteigen.