Hallo ihr Lieben!

Endlich komme ich dazu, diese Rezension zu verfassen! Es ist schon mehrere Wochen her, dass ich Varia von Anika Ackermann beendet habe, aber ich möchte noch eine kleine Rezension dalassen.

Es wird große Spoiler geben!

Ich werde verschiedene Themen erläutern:

Das Setting

Die Charaktere

Die Magie

Der Plot

Der Schreibstil

Fazit

Fangen wir an! 🙂

 

Das Setting

Das Buch lebt vom untypischen Setting, es ist durch und durch magisch! So zum Beispiel durch die schiefen Häuser, die jeglicher Logik abhanden gekommen sind. Gut, es ist Fantasy, ich will mich also nicht darüber streiten, ob es tatsächlich logisch wäre, dass so eine fantastische Welt aufrecht erhalten werden kann. Denn der Weltenbau wurde extremst gut gemacht und floss immer mal wieder  in die Geschichte ein. Oder aber auch Flying Wand, eine Bar, die in jeder atmosphärischen Geschichte nicht fehlen darf. Alles in allem hat mir die Welt sehr gefallen, auch wenn sie sich in manchen Punkten nicht von unserer unterschiedet: Denn sie könnte auch im Jahr 2018 spielen. Es gibt ganz normal Laptops, ich glaube einmal ist sogar von Netflix die Rede und anderen Schick Schnack der heutigen Zeit. Doch natürlich ruht man mehr auf der Magie, da sie einen wichtigen Bestandteil ausmacht und eben den Alltag stark ausmacht, was ich gut finde. Dazu aber später mehr.

Die Charaktere

Man könnte meinen, Dristan sei der typische Bad Boy, mit Lederjacke, Motorrad und dazu noch Kopfgeldjäger 😀 Tatsächlich ist er das auch, aber es wird sofort gezeigt: die Menschen, die er liebt, für die wäre er sogar bereit zu sterben und alles zu geben. Das verleiht ihm direkt mehr Schichten, als man es sonst von vielen oberflächlichen „Mir ist alles egal, ich bin zu cool für diese Welt“-Typen kennt.

Essylt hingegen erscheint manchmal etwas naiv, sie glaubt immer an das Gute im Menschen (wortwörtlich :D), selbst dann, wenn diese grauenvolle Dinge machen. Ansonsten hat sie einen wunderschönen Garten, einen tollen Hund Peony (den fand ich echt cool, ein toller Nebencharakter, wenn man das so sagen kann, der die Geschichte lebendiger machte) und den besten Freund, der heimlich in sie verliebt ist.

Aber der angesprochene beste Freund, Kian ist nicht das Klischee eines zurückhaltenden Nerds. Er ist nervig, arrogant, bestimmerisch und führt eine Liebesbeziehung mit seinem Auto. Was mitunter nervig wirken könnte, hat mir aber den ein oder anderen Lacher entlockt, denn jegliche Autogeschichten rund um Kian entwickelten sich zum Running Gag, die nie an Authentizität einbüsteten.

Ira hat mich, eben auch durch ihre Fähigkeiten und einige Szenen am Ende des Buches, stark an Magneto aus X-Men erinnert, weiß nicht, ob das Absicht war. 😉 Ansonsten wirkte sie auf mich ein bisschen eindiemensomal, ein klassischer Antagonist, bzw wurde ich mit ihr von Anfang an einfach nie richtig warm. Sie hat nicht so sehr die Gemüter erhitzt, wie es alle anderen Charaktere tun. Das einzige, was mich wirklich auf die Palme gebracht hat, war ihre Haltung zu ihrer Schwester.

Positiv aufgefallen sind mir ebenso Ivy und Brick. Brick muss man einfach lieb haben, er wirkt zwar etwas wie der Side Kick, aber das ist kein Problem, denn manchmal braucht eine Geschichte diejenigen, die einfach nur dazu da sind, dem Prota bei zu stehen und dem Leser ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Ivy könnte man im ersten Moment als die typische selbstbewusste Zicke abstempeln, lange Haare, bewusst ihr Aussehen in Szene gesetzt, nimmt kein Blatt vor den Mund. Aber Ivy ist Wirklichkeit ein ganz großartiger Charakter, denn durch ihre einzigartige Geschichte mit ihrer Schwester enthält sie eine solche Vielschichtigkeit, das ich sie wirklich geliebt habe. Ivy und auch ihre Geschichte rund um ihre Schwester, vielleicht sogar auch die Ereignisse vor Dristans auftauchen, alle Ereignisse, als ihre Schwester entführt worden ist, gäben auch ein tolles Spinn off 🙂

Curv fand ich ganz gut/nett halt, er sagt immer das Richtige und bringt eine gewisse Lockerheit in die Geschichte. Allerdings dachte ich, er sei so 12 Jahre alt, in Wirklichkeit war er 17.

Beim Bürgermeister fand ich gut, das der grau war. Also nicht klassisch böse, auch nicht klassisch gut. Die Autorin umgeht damit also wieder ein vorhersehbares Klischee (obwohl Klischees per se nicht schlecht sind, im Gegenteil, nur die Vorhersehbarkeit macht sie mitunter etwas langweiliger).

Pygme hatte was von einem Mafiaboss und irgendwie wirkte er dadurch ziemlich cool, da hatte ich also nichts dagegen! 

Die Magie

Ich muss zugeben, am Anfang dachte ich noch: „Oh. Da steht auf Amazon bereits bei den Rezis so viel von Kreativität, Individualität usw, einer absolut magischen und fantastischen Welt, da hätte ich jetzt mehr erwartet.“ Denn die Magie ist hauptsächlich Elementarmagie, um es mit einem Wort zusammenzufassen. Aber das Besondere hierbei ist, dass sie die Magie dann doch wieder auf etwas neuere Art und Weise nutzt. So können Wassermagie nicht nur Wasser kontrollieren, sondern zb aus Wasser einen Stuhl zaubern, der auch nicht nass ist und hält 😉 Etwas, was man im Buch ruhig öfters hätte verwenden können 🙂

Der Plot

Tatsächlich der schwächste Part des Buches war für mich, bis auf ein paar Elemente der Anfang. Erst ab 35 % meines E-Books (mir können keine Seitenzahlen angezeigt werden), war ich im Buch drin und war gespannt, wie es weiter geht.

Auch besonders am Anfang gestört hat mich das Aufeinandertreffen von Dristan und Essylt. Was erst total romantisch und spannend wirkt, entpuppt sich zu einer sabberndern, hormongesteuerten Nerverei. Ich muss das wirklich so direkt sagen, denn es hat mich Nerven gekostet und stört mich immer noch sehr. Da trifft Essylt zum ersten Mal auf Dristan, ohne zu wissen, wer er ist, wie er verletzt wurde etc und kümmert sich um ihn. Alles gut soweit 😉 ABER dann sabbert sie die ganze Zeit nur beim Anblick seine Bauchmusekln, seiner museklösen Oberarme, alles ist so unglaublich muskulös und unglaublich heiß und anziehend und das obwohl sie weder jemals in Dristans Augen geschaut, noch dieser auch nur ein Wort gesprochen hat. Versteht mich nicht, falsch, ich bin eine wahre Romantikerin, aber das war selbst mir zu viel. Denn diese extreme Anziehung (einmal meint man, sie will ihn gleich küssen), ohne das man die Augen gesehen hat, ohne, das man die Stimme gehört hat, nur alleine wegen des Körpers, finde ich als Reduzierung dann nicht ganz so romantisch.

Die ersten paar Seiten füllen sich leider mit Infodump der Welt, der Magie und auch die Rückblenden jene Ereignisse vor den tragischen Ereignissen im Prolog war mir persönlich zu lang. das Problem ist, man fühlt im Prolog nch nicht mit dem tragischen Schicksal mit, gleichzeitig will die Autorin natürlich auch ködern, dass was Schreckliches passiert und wie es dazu kommen konnte.

Die Autorin macht einige Sachen neu, die ich so nicht erwartet hätte und genauso gut gibt es einige Elemente, die vorhersehbar waren, wie zb den Hochzeitsplottwist.

Man muss dazu sagen, dass die Geschichte u.a. als „die wahre Geschichte von Tristan und Isolde“ verkauft wurde, obwohl das ganze zu einer komplett anderen Zeit spielt, also eben ein Retelling 🙂 Da dachte ich direkt schon oh ha, denn jeder der Tristan und Isolde kennt, weiß, was er zu erwarten wird. Das da aber dann doch ein Romeo und Julia draus gemacht wurde, hätte ich nicht erwartet, fand ich aber tatsächlich passend und in Ordnung 🙂

Der Schreibstil

Ich hatte bereits durch andere Rezensionen auf Amazon erfahren, dass sie einen eher blumigen und sehr bildlichen Schreibstil hat, was ich sehr gut heiße, denn sowas lese und schreibe ich selbst am liebsten.

Viele kurze, dennoch beschreibende Sätze hintereinander waren ab und an nicht so mein Ding, man ist einfach eine andere Kombi gewöhnt, aber ansonsten hatten die Rezensionen Recht behalten. Sie kann wahnsinnig gut beschreiben, ihre Sprache ist stets bildlich, metaphorisch und adjektivreich. Dadurch war es sicherlich für mich auch so gut zu lesen, denn wie gesagt, ich mag sowas sehr! Das spielte natürlich auch gut mit ihrem gut ausgebautem Weltenbau und den Charakteren zusammen, dass sie ihre sprachlichen Fähigkeiten da dann auch gut entfalten konnte 🙂

Was mich allerdings genervt hat, war, in Zusammenhang mit dem Liebespaar, die häufige Verwendung von „um den Verstand bringen“. Aber ich bin auch ein sehr kritischer Leser und gerade als Hobbyautorin liest man einfach auch noch mal anders.

Fazit

Müsste ich eine Bewertung geben, so wären es 4 von 5 Sternen. Ich fande das Buch gut, aber nicht sooo gut, wie es auf den Amazonbewertungen suggeriert worden ist, die das Werk vielerseits in den Himmel lobten. Es hat sicherlich seine Fanbase, die Autorin bleibt nachwievor sehr sympathisch auf social media, und ich werde mir auch zukünftige Werke aus Varia holen! Denn trotz der vielen negativen Aspekte konnte mich das Buch mitnehmen und manchen liebgewonnen Charakteren oder Nebencharas trauere ich auch jetzt noch hinterher! (besonders Ivys Geschichte, Kians Running Gag, Peony, und natürlich auch Dristan und Essylt an sich)