Ihr Lieben,

tut mir leid, das ich nichts gepostet habe, ich kann leider derzeit keine Fotos in WordPress hochladen, weiß nicht wieso und nunja, das ist dezenter Mist. Zudem befinde ich mich mitten im Praktikum. Erstmal muss es so gehen. 😉 Es folgt ein pessimistisch-optimistischer, sehr persönlicher Beitrag. Warum? Weil ich das Gefühl habe, darüber reden zu wollen, weil ich ein sehr ehrlicher Mensch bin und das auch bleiben werde und möchte.

Ein jeder von uns hat Träume, manche werden wahr, manche gehen nicht in Erfüllung. Sei es ein Messi/Ronaldo/Neymar usw, die ihren Traum einer Weltmeisterschaft begraben müssen, sei es der erfolgreiche Pianist, der durch eine Krankheit nicht mehr spielen kann, sei es das Mädchen, dass nicht die richtige Größe zum Modeln hat oder jene, die nicht ihren Traumjob bekommen oder durch wichtige Prüfungen rasseln und so das Studium vergessen können. Letzlich geht es dann darum, wie wir damit umgehen und was wir aus der Situation machen. Aber ersteinmal zu mir:

Wer mich und meine Facebookseite und Instagramstories sowie Twitter aktiv verfolgt, hatte es sicherlich schon mitgekriegt: Ich hatte mich für eine Ausbildungsstelle als Fotografin beworben. Aber ich habe nie öffentlich gemacht, was daraus geworden ist, habe über jegliche Fortschritte oder weitere Entwicklungen diesbezüglich geschwiegen. Bis heute.

Es fällt mir äußerst schwer, diese Schwäche zuzugeben, äußert schwer, darüber zu reden. Aber es ist ein Teil von mir und ich sehe es als wichtige Erfahrung und Puzzlestück auf meinem beruflichen Werdegang, welcher auch immer dies nun sein wird. Deswegen möchte ich es mit euch teilen.

Wie ebenso manche von euch wissen, studiere ich ja noch. Im September 2018 werde ich endgültig offiziell fertig sein und natürlich fragt man sich auch jetzt schon:

Was wird aus mir? Was bringt die Zukunft? Wo will ich hin?

Am Anfang meines Studiums war die Antwort auf diese Fragen glasklar. Ins Museum, sonst würde ich ja nicht unter anderem Museologie und materielle Kultur studieren 😉 Doch innerhalb der letzten drei Jahre hat sich diese Antwort verändert, ICH habe mich verändert. Denn ich begann zu fotografieren, immer mehr, bis ich nicht mehr aufhören könnte, ging einen Schritt nach dem anderen, tat immer mehr, gewann immer mehr, so lange, bis ich jetzt an diesem Punkt angelangt bin. Ich bin soweit zu sagen, dass ich ohne die Fotografie nicht mehr leben könnte und das sie meine Art zu leben und denken, die Welt zu sehen, nachhaltig verändert und beeinflusst hat. Darum bin ich froh!

Allerdings möchte ich jetzt dennoch nicht Fotografin werden, denn ich weiß, wie schwer es ist, in solch einem Bereich Fuß zu fassen, weiß, wie viele Menschen es dort draußen gibt, die so viel besser sind und das man mit Naturfotografie alleine sich nicht selbstständig machen kann. Dennoch möchte ich einmal sagen können „ich bin Fotografin“, mit dem Hintergedanken, dass ich das wirklich bin und damit, sei es nebenberuflich, Geld verdienen. Nicht nur, weil es mein Hobby ist, nicht nur, weil es mich so unfassbar fasziniert und ich mir alles selbst beigebracht habe, sondern weil ich es wirklich von Anfang an gelernt habe. Richtig. Als Ausbildung. Ich will all das lernen, was ich mir selbst nie beigebracht habe, weil ich es nicht brauchte oder weil es nicht meinem Bereich entsprach und es bis heute nicht richtig verstehe. Leichter gesagt, als getan. Denn ich habe nicht umsonst studiert (bzw werde studiert haben, noch ist es ja nicht soweit :D), ich will dennoch in Richtung Kunstmuseen gehen, denn die Kunst an sich fasziniert mich genauso.

Also habe ich mich im Herbst letzten Jahres für eine Ausbildungsstelle in Köln beworben. Dazu musste man auch Arbeitsproben zu einem vorgegeben Thema abgeben, was sich als sehr schwer erwiesen hatte, denn keiner der dafür notwendigen Unternehemen wollte sich fotografieren lassen. Aber ich bin dran geblieben, habe gekämpft und konnte so am Ende eine meiner Meinung nach gute Arbeitsmappe mit verschiedenen Proben abliefern. Dazu bekam ich wie alle anderen einen wissenschaftlichen Test, den man innerhalb von drei Stunden lösen musste. Manche von euch, die selbst eine Ausbildung absolviert haben, kennen das vielleicht. So mit Fragen zu Matematik, Deutsch, Politik, Personlichkeitseinschätzung, Biologie, Allgemeinbildung usw. Nach einer gewissen Zeit bekam ich dann Post. Eine Absage.

Dann habe ich mich Anfang/Mitte diesen Jahres für Münster beworben, auch eine Ausbildungsstelle als Fotografin. Wieder ein Eignungstest, wieder Arbeitsproben anfertigen zu verschiedenen vorgegeben Themen. Wieder eine Absage. Wieder weiß ich nicht, warum. Man muss vielleicht dazu sagen, dass Münster für mich die schönste Stadt der Welt wäre, auch im Vergleich zu Köln, das heißt, Münster war für mich das absolut beste Angebot, was ich mir hätte vorstellen können.

Alleine daran zu denken schmerzt sehr, aber es ist wie es ist und ich kann es nicht ändern. Ich wollte das unbedingt, wollte es so sehr und doch hat es nicht sollen sein.

Natürlich kann man sich jetzt fragen, woran das lag, denn einen Grund bekommt man in der Regel ja nicht geliefert. Entweder das Testergebnis war Schuld, oder die Arbeitsproben waren nicht ihren Anforderungen entsprechend. (man muss dazu sagen, dass die Aussbildungsstelle sehr groß ist, folglich sehr viele Bewerber hatte). Die letzten Wochen waren also von Selbstzweifeln geprägt. Bin ich nicht gut genug? Denn jenes Archiv arbeitet stark mit Museen zusammen, hat auch mit der Kunstgeschichte zu tun, es wäre für mich die perfekte Verbindung zwischen Studium und Hobby gewesen, und eigentlich hatte ich auch gedacht gehabt, dass ich mit solch einem Studium und meiner Leidenschaft und meinem angeeigneten Wissen bessere Qualifikationen habe, als eine 16 Jährige, die gerade die Schule beendet hat. Aber sie werden ihre Gründe haben, die respektiere ich natürlich und jetzt gilt es nach vorne zu schauen. Wie?

Ich muss zugegeben mich erstmal wieder sammeln, umorientieren, denn es gibt nicht wirklich andere Ausbildungsstellen, die nicht reine Passbildfotografien beinhalten, die ich machen könnte. Vielleicht werde ich die Fotografie auch nicht weiter vertiefen und einfach nur mich auf Museen fokussieren, um dort einen Job zu bekommen, wer weiß. Aber ich versuche momentan wieder nach vorne zu schauen. Andere bekommen zig Absagen und ich bekam zwei. Natürlich, es war DIE Stelle, und ich hatte mir viel zu viele Hoffnungen gemacht. Aber welche Gründe sie auch haben werden, das sie mich nicht genommen haben, ich bin gut genug. Zumindestens sage ich mir das derzeit vor, denn ich möchte mich von einer Absage alleine nicht länger unterkriegen lassen, ich will wieder nach vorne blicken. Weiter suchen. Weiter fotografieren. Ich habe mir erfolgreich social media Kanäle aufgebaut über die letzten Jahre hinweg, habe Fotografiewettbewerbe gewonnen und mich weiter entwickelt.

Das heißt, auch wenn ich auf die Eingangsfrage „was wird aus mir“ keine eindeutige Antwort geben kann, wer weiß schon was die Zukunft bringt, so kann ich mit Sicherheit sagen: ich werde weitermachen. Eine andere Ausbildung finden, einen Job etc, vielleicht hänge ich auch noch mal ein Studium dran oder ein Diplom, aber ich werde weiter machen. Denn ich kann was. Sei es auch noch so klein, sei es auch noch so spezifisch, aber ich kann was. Das kann jeder von uns.

Das heißt, egal, wie viele Absagen jemand hinnehmen musste, egal, wie lange man auf Jobsuche ist, irgendetwas kann man immer. Immer. Und vielleicht, ganz vielleicht müssen wir einfach lernen, wieder neu zu träumen.

Wie steht ihr dazu? Was haltet ihr generell von soclchen persönlichen Beiträgen?