Hallo ihr Lieben!

Vermutlich bin ich schon etwas spät dran mit meinem Bericht, aber ich bin gestern Nacht erst aus London zurückgekehrt.

Denn ich möchte euch von meinem Wochenende berichten, gut, einem Tag davon! Die anderen beiden Tage waren so intensiv, dass sie einen eigenen Blogbeitrag benötigen.

„Na los, kommt mit auf die Convention!“

„Was soll ich denn da?“

„Vernetzen, lernen, bloggen?“

„Na gut, hoffentlich wird das gut!“

So müsst ihr euch mein Gespräch mit meiner Schwester vorstellen (sie hat bereits einen Beitrag über die Con verfasst, diesen findet ihr hier.) Sie ist auch nun unter die Bookstagramer gegangen (hier) und daher voll in der Szene drin. Ich hingegen lese im Vergleich zu früher viel, viel weniger, meine Zeit geht mehr fürs fotografieren drauf und schreiben tue ich mal so, mal so.

Aber ich bin dem Rat meiner Schwester gefolgt, denn vielleicht hilft es mir tatsächlich weiter. Das heißt, ich habe mich schon darauf gefreut, es war einfach mal was ganz anderes, aber ich war dennoch skeptisch, da ich ja kein klassischer Buchblogger bin.

Was soll ich sagen?

Diese Convention war das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, das ich je auf einer Convention erlebt habe!

Einfach, weil man so wahnsinnig viel für sein Geld bekam, das Ticket kostet 25 Euro und das wars.

Sei es Goodietüten, die reichlich gefüllt waren mit mehreren Büchern, Postkarten, Keksen, alles schön gut zum Rumtragen als Turnbeutel. Oder das Essen, mit dem wir kostenlos versorgt wurden, sei es die belegten Brötchen in der Mittagspause, das Buffet am Abend oder die Getränke. Noch dazu wurde für Unterhaltung gesorgt, denn es gab einen Photoboothwohnwagen, den ich natürlich auch gleich einweihen musste. Ich LIEBE solche Photobooths!

Auch ein WLAN Passwort stand bereit und so wurde fleißig getwittert, geinstagramt was das Zeug hielt.

Das größte Problem für mich?

So viele interessante Veranstaltungen gleichzeitig. Man musste zwangsläufig einen Kompromiss eingehe und sich entscheiden und das, wo ich ja so gut bin im Entscheidungen treffen.

Hier könnt ihr euch das Programm anschauen. Ich muss sagen, ich war ganz angenehm überrascht, dass es erst so spät losging, so hatte man genug Zeit, ein wenig auszuschlafen. Zu mindestens wir reisten von Paderborn aus am Freitag an, bezogen unser Hotel, dass wir logisch in der Nähe vom Verlagsgebäude von Bastei Lübbe, in dem die Con stattfand, gebucht hatten und konnten so am Samstag in aller Ruhe um 8 Uhr aufstehen und um 9 Uhr losgehen, denn um 10 Uhr war Einlass.

An dem Programm könnt ihr vielleicht auch erkennen, wie viele unterschiedliche Sessions/Workshops es gab, und ich fand viel zu viele gleichzeitig spannend!

Ich möchte im folgenden kurz auf die Kurse eingehen, die ich besucht habe und euch einen Überblick geben darüber, wie mir die jeweilige Session gefallen hat.

Meine besuchten Workshops

„Schreib ein Drehbuch: Über Cliff-Hänger, One-Liner und weshalb »Warm-ums-Herz-Szenen«“ so wichtig sind von Christian Schünemann.

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Man hat gemerkt, die Köpfe schnellten in die Höhe, als klar wurde, dass Christian Schünemann für GZSZ schreibt und früher für Verliebt in Berlin ; ) Daher war es sehr interessant seine Einblicke zu sehen. Er selbst war super sympathisch, hat mehr oder weniger spontan eine Folge mit uns live durchgeplottet anhand eines Fallbeispieles passend zur Con.

Im Übrigen besteht z. B. GZSZ eine Folge aus 8 Szenen, 3 Szenen sind ein halber Drehtag, diese müssen mindestens am Außendreh erfüllt sein, damit es sich auch lohnt, diese zu buchen.

Besondere Ratschläge, die ich hervorheben möchte:

„Man braucht immer einen Konflikt und ein Hindernis, das man überwinden muss.“

„Man braucht immer eine Szene, wo man emotional was Positives hat.“

Ist logisch denke ich 😉

Der größte Lacher der Session gab es, als eine Person vorschlug:

„Wir brauchen noch Liebe! Zum Beispiel als Cliffhanger, den wir brauchen an jedem Ende einer Folge, trifft sie einen attraktiven jungen Mann!“

Seine Antwort: „Nein, das ist Stoff für die nächsten Monate!“

Trotz des anderen Ausgangspunktes, nämlich weniger dem Romane schreiben und mehr dem Drehbuch schreiben einer Daily Soap, war das Hintergrundwissen und auch seine sonstigen Hinweise überaus interessant!

 

„Über Bücher und Buchhandlungen“ von Petra Hartlieb.

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Ehrlich gesagt habe ich mir hier gar keine Notizen gemacht. Um es ganz platt zu sagen: Ich fand die Autorin und Petra Hartlieb eher etwas unsympathisch, keine Ahnung, sie konnte mich mit ihren Erzählungen aus ihrer Wiener Buchhandlung nicht mitnehmen und auch sonst fand ich die Art der Session, im Grunde ein Interview zwischen Petra Hartlieb und der Marketing- und Vertriebsleiterin von DuMont, Imke Schuster. Auch waren einige Fangirls im Publikum, dessen Liebe zum Buch und zum viel geteasten zweiten Buch ich nicht so ganz nachvollziehen konnte.

Denn ihre Bücher kommen nicht von ihr, sie bekam stets von Freunden, Bekannten oder Mitarbeitern gesagt, sie solle über Thema XY ein Buch schreiben und das tat sie dann. Sie kam nie selbst auf die Idee. Daher möchte ich zu dieser Session gar nicht mehr viel weiter sagen.

 

„Von der Randnotiz zur Powerprotagonistin“ von den Autorinnen Isabell May und Vanessa Sangue.

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Eine Session, von der ich mir im Vorraus gar nicht wirklich viel gedacht hatte, denn auch hier kannte ich beide Autorinnen nicht. Aber dafür erwies es sich umso mehr als positive Überraschung!

Zunächst erzählte Isabell May, wie sie ihre Charaktere in ihrem Roman „Closer to you“ entwickelt: mit Hilfe von Tabellen in Word, also ganz klassisch. Über die komplette Session hinweg ist mir aufgefallen, dass Isabell im Vergleich zu Vanessa Sangue fast schon schüchtern wirkte, sie kam wesentlich weniger zu Wort, das erschien mir aber eher ihrer ruhigen Natur, bei der man von Vanessa nicht gerade sprechen konnte. Dies empfand ich aber dennoch als sympathisch.

Vanessa hingegen entwickelt viel ihrer Charaktere mit Hilfe von Pinterest Boards, so auch bei Cold Princess (mit 296 Pins). Ich fand es sehr spannend, wie unterschiedlich die Autorinnen arbeiten und warum diese Methode für sie am besten funktioniert. Ich denke, ihr kennt das, jeder arbeitet anders am besten! Natürlich war vieles bekanntes dabei, aber dennoch war es mitunter ganz schön, die gängigen Klischees bestätigt zu bekommen, nämlich das diese gar nicht mehr gerne gelesen werden, zu mindestens in dieser doch recht großen Runde.

Ein paar der für mich wichtigsten Aussagen einfach mal so zusammengeschrieben:

„Die Prota muss sympathisch sein, sie braucht Schwächen, sie muss sich entwickeln, man muss sich mit ihr identifizieren können, aber am Ende rette sie sich selbst und wird nicht durch den heißen Mann gerettet, die sowieso immer muskulöse Arschlöcher sind. (Das Klischee von den Vollidioten, die die nerdige Prota nicht beachten und am Ende ist es die große Liebe).  Es gibt noch so viele weitere Hinweise und Ratschläge, aber wenn ich diese alle noch aufzählen würde, würde dieser Beiträge noch so viel länger werden 🙂 Auch wichtig fande ich es nochmal darauf hinzuweisen, dass es nichts bringt, einer Autorin ein Setting, Geschichte, Charaktere etc, aufzudrücken, die sie selbst gar nicht mag! Zu Isabell lässt sich noch spannenderweise sagen, dass in Band 2 ihres Romanes Closer to you die Sexszenen an den Verlag und die Zielgruppe angepasst werden mussten. Bedeutet, die Prota wurde unerfahrener gemacht, es wurde alles ein bisschen harmloser. Dann wurden noch über die Namen gesprochen, dass englische Namen meistens schöner klingen, welche Namen absolut nicht gingen und welche einfach zu negativ assoziiert sind.

Diesen Sessionbericht möchte ich abschließen mit einer Aussage, bei der sich alle einig waren:

„Alle meine Charaktere haben immer was von mir selbst. Es ist eine Herzensarbeit.“

Hach.

 

„Über Lesen, Leidenschaften und das Bloggen“ von dem literarischen Nerd.

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Auch hier war ich eine „Fremde“ unter Fangirls, aber ich lernte den literaischen Nerd dann schnell kennen. Es handelt sich dabei um Florian, der Buchhändler ist und 2016 einen Bookstagramaccount hat und seitdem fast 10 000 Follower verzeichnen kann. Seine Message war, dass er kein Konzept hat, er postet einfach das, wonach ihm ist, schreibt die Beiträge nicht vor und plant auch seinen feed nicht. Das macht ihn so authentisch, denn man solle immer man selbst bleiben und Geduld und Ausdauer sei wichtig.“ Ist jetzt auch nicht gerade eine neue Weisheit, aber ein Ratschlag ist ein Ratschlag. Auch gab er zu, dass sein Tag instagramgetatktet sei, was ich schmunzelt hinnahm. Wenn er morgens aufstehe, sei er morgens beim Frühstück auf Instagram, dann auf dem Weg zur Arbeit im Bus, dann in der Mittagspause, dann abends wieder auf der Couch mehrere Stunden. Er liebt dabei den Austausch mit anderen. Auch läuft er nur noch durch die Stadt und denkt sich „Instagrammotiv, Instagrammotiv…“

Genau so geht es mir teilweise auch schon und das nach 1,5 Jahren Instagram. 😉

Noch ein kleiner Fakt: Bei fast 10 000 Abonnenten schauen fast 2000 Leute seine Stories an, fand ich eine interessante Menge, viel und doch wieder nicht viel im Vergleich. Dann wurde natürlich noch sehr viel über Buchhandlungen und Lieblingsbücher und das Leben als Buchblogger geredet, da habe ich dann fast gedanklich abgeschaltet, aber natürlich darf so ein „Talk“ in dem Bereich nicht fehlen!

Zum Ende hin hat er nochmal betont, das er sich nur auf Instagram konzentriert und keine anderen social media Accounts oder Anbieter bespielt:

„Ich will eine Sache machen und die richtig.“

 

„Wo die Liebe hinfliegt – Ingo und Poldi“ von Tanja Brandt.

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Hier bin ich tatsächlich einfach ganz spontan zusammen mit meiner Schwester rein, weil ich mir dachte, gut, hat was mit Fotografie zu tun, also warum nicht? (auch wenn ich zugeben muss, dass ich es insbesondere mit Hunden nicht so habe…)

Was ich bei ihr das interessante fand, direkt zu Anfang sagte sie:

„Ich war früher keine gute Fotografin.“

Aber die Liebe zu ihren Tieren und die Arbeit in einer Falknerei haben ihr die Fotografie näher gebracht, sodass sie sich entschloss, Tierfotografin zu werden. Im Dumont Kalenderverlag sind dann Kalender mit ihren Fotos erschienen, von denen wir uns auch einen für 2019 mitnehmen durfte, welcher echt sehr hübsch ist, hier anzusehen.

Total sympathisch fand ich auch ihre Bescheidenheit:

„Ich mache nichts Besonderes, ich fotografiere einfach meine Tiere.“

Auch muss man dazu sagen, dass Eulen z. B. immer machen, was sie wollen und jede ihrer Eulen hat einen anderen Charakter. Man muss also sehr gut mit Ihnen umgehen können und braucht sehr viel Geduld und Ausdauer, was Tanja Brandt alleine schon durch die Liebe und Hingabe zu ihren Tieren mitbringt.

Auch interessant fand ich ihre Aussage:

„Wenn ich fotografiere, kriege ich um mich herum nichts mehr mit.“

Denn haargenauso geht es mir auch, wenn ich im Gras liege und meine Natur und Makroaufnahmen mache!Das Highlight dieser Session war aber ganz klar die echte (!) kleine Eule, die sie mitgebracht hatte und die am Ende jeder, der wollte, einmal halten durfte und natürlich ließ ich mir das auch nicht nehmen! Total faszinierende Tiere, so wunderschön!

 

Was ich habe ich von der Lit Blog Con mitgenommen?

Vieles. So vieles, dass ich es auf die wichtigsten persönlichen Lektionen reduzieren möchte. Denn ich habe für mich Erkenntnisse gesammelt, die mir so vielleicht unbewusst klar waren, die ich aber Dank der Convention für mich wirklich fest gemacht habe.

  1. Ich möchte ein Buch veröffentlichen, ob als Selfpublisher oder im Verlag. Aber eines Tages möchte ich mein Buch in einer Buchhandlung sehen. Ich fand es dabei nämlich unheimlich inspirierend, wie jung die beiden Autorinnen der Session waren, und dann bereits einen Workshop abhalten zu können, ist das nicht großartig?
  2. Ich möchte mit meinen Fotos Geld verdienen und diese verkaufen. Sei es als Poster, Drucke, Bücher etc, aber ich möchte aus meinen Hobbys einfach mehr machen. Ich habe die Leidenschaft und den Spaß dafür und je professioneller, desto besser. Aber die Tatsache, wie die Tierfotografin Tanja Brandt dort saß und einfach nur von ihrer Fotografie erzählt hat und im Hintergrund zeigten sich ihre Fotografien, wow, wahrlich beeindruckend.
  3. Blogger ist Blogger. Egal, ob Buchblog, Fotografieblog, Reiseblog. Am Ende des Tages sind wir doch alle Blogger, die über das Schreiben und berichten, was wir lieben, das, was wir für interessant halten und die meisten Menschen stecken viel Arbeit in diesen. Also vernetzt euch mehr, lernt andere Blogger kennen und unterstützt euch gegenseitig. Es war einfach toll für eine Sache da gewesen zu sein! Auch wenn ich keinen der vorgestellten Autoren oder den Bookstagrammer literaischen Nerd kannte, so kann ich jetzt nach der Con sagen, dass ich sie kenne und darum bin ich froh. Ich habe mich im Verlagsgebäude sehr wohlgefühlt und ich hatte das Gefühl, dass trotz der Hitze jeder an einen fairen Austausch und gelungen Tag interessiert war. Man begegnete sich überall mit überschwängliche Freude und ich freue mich jetzt schon auf die Litblogcon 2019, von der ich jetzt einfach mal ausgehe, dass es sie wieder geben wird, denn da bin ich dabei!

 

Wart ihr auch auf der Convention, kanntet ihr sie bereits, oder war sie euch gänzlich unbekannt? Wie klingen die Eindrücke für euch, hättet ihr Interesse an der Convention gehabt? Ich bin gespannt auf eure Kommentare! 🙂

 

 

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