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Hallo ihr Lieben,

das kleine blaue Monster. Kennst du es? Es lauert auf eurem Handy. Auf eurem Computer. Eurem Tablet.Das kleine blaue Monster, farblich inspiriert durch Facebook, nennt sich Neid. Kennst du es?

Wenn nicht, möchte ich euch darüber berichten.

Früher war es Facebook, heute ist es meiner Meinung nach Instagram. Instagram ist viel schlimmer, denn auf Instagram geht es noch mehr um die Ästhetik. Auf Facebook sieht man gar mal einen Status mit „Alles ist scheisse! :/“, damit dann ganz viele Menschen fragen „Oh nein wieso?“. Aber auf Instagram, da gibts das Schönste vom Schönsten.

Die Vlogger und Blogger. Die Influencer und Traveler. Die Fashion Sistas und Bookstagrammer.

Damit will ich per se nicht sagen, dass diese schlecht sind, nein. Aber ich habe für mich festgestellt, dass ich Neid empfinde (gut und auch Freude ;)). Auf die neusten Schuhe der Fashion Sista, auf die zehn neuen Bücher des Bookstagrammers, auf die tolle Fotoausrüstung des Vloggers, auf die Urlaubfotos des Bloggers, auf die neuen Reiseziele des Travelers, auf die Einnahmen des Influencers usw. Ich habe das Gefühl, insbesondere Reisen steht auf Instagram im Fokus. Ständig sprießen neue Traveleraccounts aus der Ecke. 2017 ging der Trend am ehesten zu Bookstagrammern, aber auch die leben von den Sachen, die sie besitzen. Gerade, wenn ich so im meinem (zugegeben nicht gerade schicken) Wohnheimszimmer sitze und durch die Instastories wische, entgeht mir nahezu kein tolles Foto. Sei es nur der Blogger, der an einem tollen Ort wohnt, der mit dem Auto durch LA cruist, der schneeverschneite Berge sein zu Hause nennen kann.

Also ich denke, es wird klar, worauf ich hinaus will: der Neid, auf das, was wir nicht haben und vielleicht auch nie haben werden, ist allgegenwärtig.

Ich folge zum Beispiel einem, der in Haweii lebt und jeden Tag einen neuen Sonnenuntergang postet, dazu mit Surfern am Strand seine Zeit verbringt. Ich werde niemals auf Hawei leben (man soll niemals nie sagen, aber da lehne ich mich jetzt mal aus dem Fenster, und ich hasse Sand unter meinen Füßen!!). Trotzdem bin ich neidisch. Ein fürchterliches Gefühl, nicht wahr? Und dennoch verleitet uns Social Media dazu. Immer und immer wieder. Denn die Message „guck mal wie toll ich es doch habe!“ wird unfreiwillig bei manchen transportiert. Wer kennt nicht die Posts, bei denen Deutschland im schlechten, ungemütlichen Regenwetter versinkt, und dann auf Instagram die Menschen ihre derzetitigen sonnengebrannten Bodys im Bikini am Pool präsentieren? An sich ist dabei nichts verwerfliches, es ist menschlich.

Wer genießt nicht gerne seine Zeit und will gerade seine besten Momente und schönsten Orte mit anderen teilen? Wer springt nicht über vor Euphorie, wenn er etwas neues, tolles, gekauft hat? Aber genauso gut ist Neid auch menschlich.

Versteht mich nicht falsch: Es geht mir nicht um Materialtismus! Bei den angesprochenen Beispielen handelt es sich nur um Beispiele 😉 Ich selbst teile mir mein Auto mit meiner Oma, ein uraltes Modell, meine Systemkamera ist auch schon seit drei Generationen überholt und bei Klamotten bin ich sowieso eher sparsam 😀 Aber ich beziehe mich damit eben auf das, was man bei Instagram so täglich sieht. Und natürlich empfinde ich den Neid nicht pausenlos, aber es ist eben eine Sache, die mir aufgefallen ist und die ich demnach ansprechen wollte.

Letzten Endes sollten wir uns daran erinnern, dass wir uns nicht über Dinge ärgern sollten, die man nicht ändern kann. Jeder lebt nicht umsonst sein Leben so, wie er es tut.

Wie denkt ihr darüber?

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