Hallo ihr Lieben ,

Manche Beiträge finden mit weitreichender Planung und Struktur statt und anderere entstehen aus einer Laune, einem emotionalen/nachdenklichen Moment. So wie dieser hier.

Der Titel zeigt ja bereits an, worum es in diesem Beitrag gehen wird: Entscheidungen, die man bereut, und negative Gefühle, die daraus (unter anderem) entstehen. Aber muss das wirklich sein? Es ging mal ein Reporter in der Stadt herum und fragte die Leute, was sie am meisten bereuten. Es gab tatsächllich auch solche, die behaupteten: „Nichts. Sonst wäre mein Leben so verlaufen, wie es ist, sonst wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin. Alles hat seinen Grund und das ist auch gut so.“

Ich tue mich mit so einer Einstellung schwerer. Ich bin durchaus der Meinung, dass alles seinen Grund hat im Leben und das auch die negativen Seiten einen irgendwie weiterbringen werden, sonst wäre man vielleicht nicht in der Lage, sie durchzustehen.

Aber was ist, wenn man jetzt vom großen Ganzen weggeht und es auf den Alltag bezieht? Auf die kleinen Entscheidungen im Leben, die man mitunter Tag für Tag trifft? (Gut, vielleicht nicht unbedingt, ob man nun Salami oder Marmelade auf dem Frühstücksbrot haben will.) Ich möchte euch nun erzählen, worum es mir konkret geht.

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Das ich gestern nicht fotografieren gegangen bin. Ich hatte die Chance dazu, die Möglichkeit. Es herrschten perfekte Wetterbedingen, eine bombastische Stimmung und traumhaft perfekte Spiinnweben, Tautropfen und Nebel, soweit das Auge reicht. Aber ich habe mich dagegen entschieden.

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Warum?

Ich befande mich gerade auf dem Weg zum Einkaufen, hatte nur mein Handy und mein Portmonée dabei und war ohnehin in Eile, weil ich gestern einen sehr langen Unitag vor mir hatte. Zudem kenne ich mich zu gut: wenn ich einmal mit der Kamera draußen bin, erst Recht zu solchen Bedingungen, komme ich so schnell nicht wieder rein. Zeitlich hätte ich es mir dennoch leisten können, wenn ich mir ein Zeitlimit von zb. 30 Minuten gesetzt hätte. Aber ich habe mir gesagt ´nein, Nadine, du machst jetzt ganz normal deine Sachen und gut ist. Morgen ist auch noch ein Tag, die Sonne geht jeden Tag auf und bei diesem Wetter im Oktober wird es sicherlich morgen genauso ausehen. Morgen kannst du fotografieren.´

Gesagt getan, am nächsten Tag, das ist heute, bin ich um 7 Uhr aufgestanden und ab nach draußen. Was sehe ich da? Keine Spinnweben, keine Tautropfen, kein Nebel, nichts, absolut gar nichts. Nur vertrocknetes, kaputtes Laub, wie in einer Wüste. Absolut nichts, wo ich sagen würde, das lohnt sich zu fotografieren, das kann man schön aufs Bild bannen. Tatsächlich habe ich nach zehn Minuten und zwei fotografieren Laubblättern die Kamera wieder eingepackt und mich auf den Rückweg begeben.

Nun sitzte ich hier und verfasse diesen Beitrag. Entmutigt. Genervt. Enttäuscht. Mit nichts weiter im Kopf als den Gedanken, wie unendlich ich es bereue, nicht gestern doch noch zurück gegangen zu sein, meine Kamera geholt zu haben und diese Momente festzuhalten (anstatt dies nur mit dem Handy zu tun, was für mich mittlerweile lediglich ein Abspeichern der Erinnerung ist, kein richtiges fotografieren). Zudem startet der Tag dadurch natürlich genau richtig. Negativ. (Ich bin nachweivor krank, das macht es vielleicht auch nicht gerade besser.) So als wäre jetzt der ganze Tag im Eimer.

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Andere werden jetzt sicherlich mit dem Kopf schütteln und sich denken: „Hat die einen an der Klatsche? Es gibt wirklich schlimmeres und wirklich wichtigeres, als sich über so etwas so sehr zu ärgern!“

Das mag sein, aber wenn einem die Fotografie so wichtig ist, man sich auf etwas so sehr gefreut hat, und nicht weiß, ob solche Momente genauso wieder kommen werden….

Ich hatte schon genau die Farbkompositionen im Blick, die Perspektiven im Kopf, als ich mir die Bilder mit meiner Kamera ausmalte.

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Wie schafft man es, jetzt noch die Kurve zu kriegen und zu sagen „Ja komm, scheiß drauf, verusche ich es halt morgen nochmal. Und den Tag drarauf, und den nächsten wieder. Wird schon werden. Heute ist trotzdem ein guter Tag.“ Geht das dann überhaupt? Oder ist man bereits zu sehr in einer Gedankenwolke aus negativen Gefühlen, Enttäuschungen und Reuhe gefangen, um dem Ärger zu entkommen? Verkrümmelt man sich jetzt besser mit Schokolade auf der Couch?

Wie ihr sehen könnt, lasse ich diesen Beitrag und das Thema an sich offen. Es gibt kein Resumée, dass das Leben ja doch so wunderbar ist und dazu ein wunderbar optimistischer Instagramspruch. Denn das bin ich nicht, und das ist nicht realisitsch. Man muss auch mal was negatives sagen können, weil das Leben nunmal so ist. Es ist nicht immer fair, es ist nicht immer gut und es liegt an uns, wie sehr wir uns davon runterziehen lassen oder direkt wieder positiv nach vorne schauen. Aber nicht immer geht das auf Knopfdruck und das ist okay.

Ich werde das Beste aus dem heutigen Tag machen, aber an den gestrigen Morgen und verpasste Chancen werde ich noch länger zurückdenken.

Was macht IHR in solchen Momenten? Wie geht ihr damit um? Könnt ihr mich verstehen? Habt ihr solche Erlebnisse auch schon gehabt? Wie haben sie sich geklärt?

PS: Das Bild entstand übrigens auf meiner Zugfahrt nach Wangen. 😉

PPS: Wie ihr sehen könnt, habe ich den Beitrag ein wenig anders strukturiert aufgrund seiner Länge, farbige Überschriften in Photoshop erstellt und wichtige Aussagen fettgedruckt oder kursiv gemacht. Gefällt euch das Besser?

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